Warten

Aktualisiert: 17. Nov 2018

Die gemeinsame Entscheidung zur Leob Croft zu ziehen entstand vergangenen Sommer. Ich wusste schon länger, dass es ein Traum von Renatus sei dorthin zu ziehen, wollte mir aber Zeit lassen den Ort selber kennenzulernen und zu schauen, ob ich mich in diesen Traum ebenfalls hineinfinden kann...

Die Zeit während der „Summer School“ auf Mull verbrachten wir gemeinsam mit vielen tollen Menschen. Mir ist bewusst, dass das tägliche Leben auf der Leob Croft ohne die Gesellschaft von diesen vielen Menschen ganz anders sein wird- zudem, erst einmal im Winter! Nachdem ich vor Ort war konnte ich mir ein Leben dort, zunächst nur mit Jonathan und Ann, Renatus und bald auch unserem erwarteten Baby, irgendwie vorstellen und fing ebenfalls an zu träumen: Ein neues gemeinsames Leben, ein Aufbruch zu neuen Orten und Abenteuer! Von der Großstadt Berlin würde ich in die Einsamkeit auf die Isle of Mull ziehen.

Jonathan bot uns das „Jam House“ zum wohnen an– wenn die letzten Sommergäste weg sind, ab Ende Oktober.

Von der UK-Reise im Anschluss an die „Summer School“ Anfang August waren wir am rumreisen, Wohnungen auflösen, Organisieren und am warten- auf den Umzug.

Da wir beiden unsere Wohnungen (ich in Berlin, Renatus in Dornach, CH) schon vor dem Sommer gekündigt hatten, mussten wir für diese Zwischenzeit bis zum Umzug auf die Gastfreundschaft von verschiedenen Freunde vertrauen.

Den September verbrachten wir gemeinsam in Berlin. Renatus arbeitete von zu Hause aus und ich arbeitete in der Eurythmieausbildung. Es war eine schöne Zeit für mich noch ein Monat arbeiten zu dürfen und, trotz der schönen neuen Perspektive, war es dann letztendlich für mich etwas traurig meine Zelte in Berlin abzubrechen. Wir luden meine letzten Sachen ins Auto und fuhren los in Richtung Süden. In der Schweiz fanden wir oft recht spontan verschiedene Unterschlüpfe: Bei Madeleine und Orphea- eine zauberhafte kurzweilige Woche, im Engadin bei Klaus um den gelb- und gold werden der Lärchen zuzuschauen, bei Johannes- der auf Weltreisen ist und sein Haus als eine Art Obdachlosenheim zu Verfügung stellt. Hier trafen wir auf die „Ionier“ Elizabeth und Leonardo, welch als Haussitter uns gute Gastgeber waren.

Das Warten fiel uns zunächst relativ leicht, doch als die Zeit vorrückte, wurde es schwieriger. Ich bin nun schon im siebten Monat schwanger! Wir hatten zur Kenntnis genommen, dass die meisten in Deutschland lebende Frauen meist sofort nach Erfahren ihrer Schwangerschaft eine Hebamme kontaktieren und sich so bald wie möglich um den Geburtsort kümmern. Für uns war klar: Das Kind will und soll, so alles Gut läuft, auf Mull geboren werden. Der errechnete Termin ist zu Silvester. Per Internet, Telefon und über Jonathan hatten wir versucht schon einige Informationen heraus zu finden über Hebammen und eventuelle Möglichkeiten für eine Hausgeburt in Schottland. Nach einem Telefonat mit der zuständigen, nächstliegenden Klinik auf dem Festland, war klar, dass wir uns vor Ort erst registrieren müssten bevor wir uns weiter orientieren und die notwendigen Vorbereitungen treffen konnten. Das heißen, dass wir uns frühestens zwei Monate vor der Geburt mit einer Hebamme in Verbindung setzen können. Das braucht Geduld, Langmut, Vertrauen. Diese Klarheit war beruhigend, auch wenn diese Information uns praktisch nicht weiter geholfen hat. Wir wollen losfahren, ankommen, endlich unser Nest bauen. Morgen holen wir den Umzugswagen...


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